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Vorbemerkung
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der Dreißigjährige Krieg

    Der 30-jährige Krieg begann als Religionskampf und endete in europäischer Machtauseinandersetzung. Der Majestätsbrief erlaubte es den Protestanten in Böhmen auf königlichem Besitz Kirchen zu bauen. Selbst auf erzbischöflichem Besitz errichteten sie protestantische Kirchen, z.B. Braunau und Klostergrab. Dies forderte wiederum die Katholiken heraus und bei Matthias fanden sie Unterstützung. Er beachtete die Versprechen seines Vorgängers nicht und unterdrückte die Lutheraner. Im Mai 1618 zogen die protestantischen Ratsherrn auf die Burg und warfen die kaiserlichen Statthalter aus dem Fenster in den Burggraben. Der dort vorhandene Mist rettete diesen das Leben.
    Obwohl der deutsche Kaiser Ferdinand II. Anspruch auf die böhmische Krone gehabt hätte, wählten die Stände 1619 nach dem Tode von Matthias den 23-jährigen Friedrich V. von der Pfalz zum böhmischen König. Die Bayern, Spanier und der Papst kamen Ferdinand zur Hilfe. Am Weißen Berg standen sich 1620 in einem nicht mehr als zwei Stunden dauernden Kampf die ständischen Truppen und die kaiserlichen Heere gegenüber. Das ständische Heer wurde besiegt und Friedrich floh daraufhin nach Holland. Das Volk nannte ihn, weil er nur einen Winter in Prag verbracht hatte, den Winterkönig. Über die besiegten Stände ging nun ein furchtbares Strafgericht mit Hinrichtungen und Enteignungen, das sowohl tschechische als auch deutsche Adelige gleichermaßen traf. Die Verneuerte Landesordnung von 1627 setzte eine straffe königliche Verwaltung durch. Böhmen war wieder das Land mit zwei gleichberechtigten Landessprachen. Anders auf religiösen Gebiet. In der Gegenreformation mussten Tausende von deutschböhmischen Protestanten und tschechischen Reformisten das Land verlassen. Die konfiszierten Güter der Rebellen verteilte Ferdinand II. an seine Anhänger. So entstand im Land ein neuer Adel, der bis zum Untergang des alten böhmischen Staates dessen Gesicht mitbestimmen sollte.
    Am 30-jährigen Krieg hatten Deutsche und Tschechen gleichermaßen zu leiden. Die Einwohnerzahl Böhmens sank von etwa zwei Millionen auf gerade 600.000. 1648 beendete der Westfälische Friede von Münster den Krieg. In der Folge wurde die Macht von Kaiser und Reich auf ein Minimum eingeschränkt. Ausländische Mächte (Schweden, Frankreich) wurden zu Garanten der deutschen Libertät und damit zur schrankenlosen Souveränität der Landesfürsten. Glanz und Elend waren dicht beieinander. Untertänigkeit und Robotpflicht der Bauern bis hin zur Leibeigenschaft, ein kümmerliches Dasein eines in bescheidensten Verhältnissen lebenden Bürgertums, standen dem Reichtum der Aristokratie gegenüber. Wieder zu Geld gekommen, veränderten diese durch Neubauten (Barock) innerhalb Jahrzehnten von Grund auf das ganze Land.

Sudetendeutsche Geschichte