Gustav Schuster, unser früherer Obmann, berichtet aus dem Brauchtum seines Heimatdorfes, Außergefild:
"Sitte und Brauchtum hängen zusammen und wurzeln im Glauben und der Religion, in der elementaren Bindung des Menschen an das "Göttliche". Die religiöse Grundhaltung (Sitte) drückt sich aus in kultischen Handlungen, besonders Mahlzeiten und Opfern, die als Brauchtum überliefert sind.
Die Sitte wirkte über die religiösen Feste und den kultischen Raum auch in das tägliche Leben hinein und trug zur Bildung von Rechtsbräuchen bei. Sie hatte den Zweck, feste Formen für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft zu schaffen und war besonders darauf ausgerichtet, immer wiederkehrende bedeutsame Ereignisse wie Geburt, Hochzeit, Tod, Sonnwende, Ernte u.s.w. stilvoll zu gestalten.
Sitte und Brauch waren und sind an eine größere Gemeinschaft eines Raumes gebunden, die bei bestimmten Anlässen dieselbe Haltung und Denkweise zeigt und sie in gleichen Handlungen (Bräuchen) ausübt."
Um diesem gerecht zu werden ist in der Mappe auch das FESTLICHE JAHR eingeteilt in jahreszeitliche Kreise beschrieben. Wie es bei den Vorfahren üblich war - mit den bekannten Gerichten und Speisefolgen. So sind enthalten: der Weihnachtskreis, Faschings- und Fastenzeit, der Osterkreis und der Pfingstkreis.
Aber auch so früher alltägliche Dinge wie "das Kuchelgeschirr" oder "der Schüsselkorb" sind beschrieben.