Am Mittwoch, 26. Februar 2025 fand um 18 Uhr im KubAA der Vortragsabend „In Aalen Heimat finden - Geschichte seit 1945" statt.
Dr. Georg Feuerbach, Stadtarchivar in Aalen, erzählt von der Geschichte der Heimatfindung in Aalen seit 1945. Anschließend wird in verschiedenen persönlichen Berichte darüber erzählt, wie Menschen in Aalen ein neues Zuhause gefunden haben und welche Themen dabei im Mittelpunkt standen. Manfred Schuster vom Deutschen Böhmerwaldbund e.V. und Nataliya Rud vom Deutsch-Ukrainischen Verein schildern ihre Erfahrungen bei der Gründung von Kulturvereinen als Beitrag zur Verbundenheit in Aalen. Pierre Kedagni, Mitglied des Integrationsausschusses, und Ela Demirtas vom Jugendgemeinderat gewähren die Einblicke in ihre Erlebnisse rund um politische Teilhabe und deren Bedeutung für Verwurzelung in Aalen. In der anschließenden Podiumsdiskussion werden die Vorträge und Erfahrungen der Beteiligten zusammengeführt und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft. Dabei wird den Fragen nachgegangen: Was motiviert Menschen, einen Kulturverein zu gründen? Warum ist politische Teilhabe fürs Heimatgefühl so wichtig? Tänzerische Darbietungen von Iglesia Friesen und ihrer Tanzgruppe schaffen besondere Momente und bereichern den Abend kulturell. Zudem werden Fingerfood und Getränke angeboten. So die offizielle Einladung auf der Internetseite der Stadt Aalen.
links: Manfred Schuster, Zeitzeuge und Ehrenmitglied der Heimatgruppe Aalen, mit rechts: Dr. Georg Feuerbach
In der Schwäbischen Post konnte man folgenden Artikel am 07.03.2025 lesen: Die Veranstaltung „In Aalen Heimat finden – Geschichte(n) seit 1945" warf einen tiefen Blick auf die Geschichte der Migration und Integration in Aalen. Sie beleuchtete die Bedeutung von Heimat aus verschiedenen Perspektiven. Oberbürgermeister Frederick Brütting betonte im Kulturbahnhof, dass Heimat und auch das „Heimat finden" für jeden Menschen etwas anderes bedeute: „Diese Veranstaltung soll auch Mut machen, sich weiter einzusetzen für eine offene und vielfältige Gesellschaft", so der OB. Stadtarchivar Dr. Georg Feuerbach gab einen historischen Überblick über Aalens Zuwanderungsgeschichte. Von den Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den türkischen Gastarbeitern der 1960er Jahre. Aalen habe dadurch nicht nur an Einwohnerinnen und Einwohner gewonnen, sondern auch an Vielfalt. (...) Vier Biografien Vier persönliche Geschichten zeigten, was Heimat bedeuten kann. Manfred Schuster bewahrt seine böhmische Kultur durch das Vereinsleben des Böhmerwaldbundes. Er betonte die Wichtigkeit von Begegnungsorten, um Austausch und Miteinander möglich zu machen. Nataliya Rud berichtete von Sprachbarrieren und Herausforderungen der sozialen Integration. Die Gründung des Deutsch-Ukrainischen Vereins war für sie ein wichtiger Schritt in Aalen. Pierre Kedagni aus Togo schilderte die bürokratischen Hürden beim Zugang zu Bildung und Arbeit und betonte die Bedeutung unterstützender Netzwerke in Aalen. Ela Demirtas, Mitglied im Aalener Jugendgemeinderat, sprach über die Herausforderungen und die Notwendigkeit, Brücken zwischen Herkunft und Zukunft zu bauen. „Integration passiert jeden Tag – in Schulen, Betrieben, Vereinen, in Momenten, in denen Menschen sich die Hand reichen", betonte Demirtas.
In der abschließenden Podiumsdiskussion ging es um Heimat und kulturelle Identität – von Sprache über Gemeinschaft bis hin zu gesellschaftlicher Teilhabe. Dabei wurde deutlich: Heimat ist nicht nur der Geburtsort, sondern der Ort, an dem man sich sicher und anerkannt fühlt.
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